Baden bei Wien

Weinbaugebiet Thermenregion

Grundlage der Weinkultur

Kaum ein anderes Weinbaugebiet ist von der Natur ähnlich reich beschenkt wie die Thermenregion. vor allem die geologische beschaffenheit des einst von einem Urmeer bedeckten Gebiets gewährleistet beste Weinqualitäten und den eigenständigen Charakter der Weine aus der Thermenregion. Ein besonderer Reiz der Region liegt darin, dass Böden von zweierlei Typizität für den Weinbau verfügbar sind und gleichermaßen die Grundlage für gehaltvolle Rotweine wie finessenreiche Weißweine bilden.

An den Hängen eines langen Höhenzugs haben sich in Jahrmillionen über den Schwemmlandschichten und dem darüber liegenden Verwitterungsmaterial schwere Böden wie lehmige Tone, sandige Lehme und Braunerde mit einem hohen Anteil an Muschelkalk ausgebildet. Hier reifen die Trauben für höchst elegante Weißweine, insbesondere der Sorten Zierfandler und Rotgipfler.

Das weite, flache Land gegen Osten ist hingegen von Kalkschotterflächen geprägt. Diese Böden sind durchlässig, leiten die Feuchtigkeit nach starken Regenfällen rasch ab und erwärmen sich in der Sonneneinstrahlung beträchtlich. Diese Eigenschaften und der hohe Kalkanteil der böden dieses zu Recht so genannten "Steinfelds" bieten die idealen Wachstumsbedingungen für Rotweinreben, vor allem solcher der überaus anspruchsvollen Burgundersorten Pinot Noir udn St. Laurent.

Dieselben erdgeschichtlichen Ereignisse, die einst den Rückzug des urzeitlichen Meeres bewirkt haben, sind übrigens auch für die Entstehung jener heißen, mineralischen Quellen verantwortlich, die seit zweitausend Jahren zur Steigerung des menschlichen Wohlbefindens genutzt werden und der Region schließlich auch den Namen gegeben haben.

Braunerde:
Mittel- bis tiefgründiger Boden aus tertiärem Material. Diese Böden bieten gute Wasserversorgung und eignen sich hervorragend für den Weinbau.

Tschernosem (Schwarzerde):
In seichtgründiger und tiefgründiger Art. Je nach Mächtigkeit der Humusauflage ist ihre Wasser- und Nährstoffspeicherfähigkeit gering bis hoch. Tiefgründige Tschernoseme bieten fast allen Rebsorten gute Wachstumsbedingungen. Seichtgründige zählen zu den "hitzigen Böden" und geben die tagsüber gespeicherte Wärme in den Nachtstunden ab.

Pararendzina:
Seichtgründiger Humuskarbonatboden aus tertiärem Grob- und Feinmaterial - trocken, hohe Durchlässigkeit, geringes Wasser- und Nährstoffhaltevermögen.