Baden bei Wien

Kuriose Geschichten aus Baden

"Gelt das Moll thut dir woll?"

Der große Genius Wolfgang Amadeus Mozart weilte in seinen letzten Lebensjahren einige Male in der Thermalstadt Baden. Zwar waren es auch die warmen Schwefelwässer, die das Interesse des Meisters in Anspruch nahmen, allerdings nicht für sein eigenes Badevergnügen, sondern weil seine geliebte Konstanze sich hier wochenlang zur Kur befand. Aus diesem Grund hielt sich auch der eifersüchtige Mozart immer wieder in Baden auf und lernte hier seinen Freund den "bestbestallten Herrn Schullehrer und Khorregenten Monsieur Anton de Stoll in Baaden" kennen.

Es dürfte eine recht weinselige Freundschaft gewesen sein, denn Mozart, bekannt für seine "spitze Zunge" beginnt einen Brief mit den Zeilen: "Liebster Stoll, bester Knoll" Größter Schroll" Bist Sternvoll" - Gelt das Moll (Anmerkung: der Wein) thut dir woll?" So kann man sich durchaus vorstellen, dass Mozart und Stoll immer wieder nach Schließung der Stadttore heiteren Gemüts durch das "Lumpentürl" vom Heurigen kommend in die Stadt zurückkehrten. Als königliches Geschenk eines Unsterblichen schrieb der Meister für seinen Freund Anton Stoll in nur einer einzigen Nacht am 17. Juni 1791 die vielleicht schönste Motette der gesamten Musikliteratur, sein "Ave verum corpus", das eine Woche später in der Stadtpfarrkirche St. Stephan mit dem Meister persönlich an der Orgel uraufgeführt wurde.