Baden bei Wien

Skurriles rund um die Kur

Erdbeben von Lissabon

Standort Engelsbad: Bis 1755 war hier eine ganz gewöhnliche Wiese. Aber am Tag des Erdbebens von Lissabon, das die gesamte portugiesische Hauptstadt mit einem Schlag vernichtete, also am 1. November 1755, entsprang hier ganz plötzlich eine neue Thermalquelle!
Gleichzeitig wurde das Wasser der Römerquelle im Kurpark zu Blut! So interpretierten es die Zeitgenossen, um eine der Badewärterinnen wurde sogar der Hexerei bezichtigt. In Wirklichkeit hatten die Erdbewegungen irgendein rotes Material in großer Tiefe aufgeführt, das dann eine Zeit lang das Wasser verfärbte. Das kommt bei der Römerquelle auch sonst gelegentlich vor.
Man sieht, welche unglaublichen seismischen Zusammenhänge da bestehen. Darum gibt es auch rund um Baden im Umkreis von ca. 15 km ein Schürfverbot, es darf kein Bergbau betrieben werden, um nicht versehentlich diese komplizierten Zusammenhänge zu stören. Das Badegebäude stammt gleichfalls von dem Architekten Kornhäusl und wurde gemeinsam mit dem Sauerhof 1820 errichtet.
Heute ist die Quelle des Engelsbades die einzige Badener Thermalquelle, die nicht die Ringleitung des Kurhauses eingespeist wird, sondern ihre eigene Heilanstalt besitzt.